Gestern Abend fand in der Brunnenpassage am Yppenplatz eine Lesung mit Frederic Morton statt. Im Rahmen des Festivals „Zeitprägungen II. Begegnungen in der Thelemanngasse“ (siehe http://www.galeriestudio38/zeitpraegungenII) las er aus seinem Erinnerungsband "Zwischen zwei Welten". Die Veranstaltungsreihe "Zeitprägungen" läuft noch bis Mitte September und bietet Literatur, Musik sowie bildende Kunst, die sich speziell mit dem Begriff „Heimat“ auseinandersetzt. Morton steht gewissermaßen im Mittelpunkt des Festivals, nicht nur, weil er in Kürze seinen 85. Geburtstag feiert (was ihm in keiner Weise anzumerken ist), sondern auch weil er, als Fritz Mandelbaum in Wien geboren, bis zu seiner Vertreibung durch die Nazis 1939 in der Thelemanngasse nahe dem Brunnenmarkt gewohnt hat. Die Auseinandersetzung mit der Emigration in die USA und der Frage nach der Heimat sind wichtige Aspekte seines schriftstellerischen Werkes. Er selbst sagte einmal: „In New York war die Bäckerschule für mich die Ersatzheimat. Die Emigration in die Literatur war wieder eine Emigration aus der Ersatzheimat.“ Zwar schrieb Morton von Beginn an auf Englisch; doch für viele andere deutschsprachige Schriftsteller, die ab 1933 Deutschland und später Österreich verlassen mussten, wurde gerade das Schreiben in der Muttersprache ein Halt, ein Stück Heimat in der fremd gewordenen Welt. Und ich denke, auch für Schriftsteller, die nie eine solche Erfahrung machen mussten, ist das Schreiben gewissermaßen Heimat, in die sie immer zurückkehren können und sich geborgen fühlen.
Samstag, 25. Juli 2009
Donnerstag, 16. Juli 2009
Literarischer Sommertreff
Da wir uns während der Sommermonate über unsere aktuellen Texte austauschen wollen, haben wir uns heute in einem Café getroffen. Es wurde ein kurzer Rückblick auf die Lesung gemacht und unsere im Herbst geplante Anthologie besprochen. Da sich einige von uns an aktuellen Ausschreibungen von Literaturzeitschriften beteiligen werden, wurden diese Texte gelesen und diskutiert.
Freitag, 10. Juli 2009
Treffen mit Iain Banks
Heute hatte ich die Gelegenheit, den Bestsellerautor Iain Banks kennenzulernen, als ihm an der Middlesex University in London das Ehrendoktorat verliehen wurde. Banks ist im deutschsprachigen Raum (leider) nicht so bekannt wie in Großbritannien, wo seine Bücher seit Jahren die Bestsellerlisten anführen und auch von der Kritik sehr gelobt werden. Bei uns am bekanntesten sind seine Science Fiction-Romane, die er als Iain M. Banks veröffentlicht. Mein Eindruck: ein sehr sympathischer und umgänglicher Mensch, der trotz seines großen Erfolges sehr natürlich geblieben ist.
Samstag, 4. Juli 2009
Tendenz
Durchdringende Schönheit in Worten, darin kraftvolle, bewegende Gedanken. Dies möchte ich durch mein Schreiben kreieren. Kultivieren will ich einen Stil – meinen Stil – ein Mysterium für mich; ich mag Mysterien. Rhythmisch, melodisch – einer Symphonie gleich, sollte meiner Ansicht nach, ein Text sein. Ein Impuls in meiner Seele, mir die Fähigkeit anzueignen, so zu schreiben. Das Handwerk ist erlernbar, deshalb bin ich hier, ich hoffe zu dem „Anderen“ bin ich auch fähig; ich arbeite jedenfalls daran. Nicht weiß ich, wo mich mein Weg hinführt – Klarheit habe ich darüber, dass ich (noch) nicht da bin, wo ich hin möchte. Wo ich hingehöre? Ich möchte Leben, Liebe, Lachen durch meine Zeilen und auch dazwischen schenken.
Mittwoch, 24. Juni 2009
Erste öffentliche Lesungen
Die Lesung der Kurzgeschichten des 1. Semesters fanden am 15. und 22. Juni 2009 in Wien, Gallitzinstr. 1, 1160 Wien statt.
Sonntag, 21. Juni 2009
Kriminacht in Schloss Deutschkreutz
Im Schloss Deutschkreutz (Burgenland) wird seit fünf Jahren im Rahmen des Kultursommers "Literatur in Grün" veranstaltet. Ich war am 19. Juni beim "Krimiabend im Rittersaal". Jacqueline Gillespie, Richard E. Hoorn, Stefan Slupetzky und Franz Stangl haben aus ihren Krimis gelesen. Die darstellerische Qualität einiger AutorInnen war weitgehend professionell, einer war so beschämend schlecht, dass es mir unmöglich war, der Geschichte zu folgen. Die Mehrzahl der Texte bot leider keinerlei Innovation. Man hatte den Eindruck, einem Wettlauf zum Bedienen sämtlicher Klischees beizuwohnen. Ein Highlight waren hingegen das Schloss sowie die regionalen Köstlichkeiten zu moderaten Preisen.
Dienstag, 16. Juni 2009
Danach
Gestern fand meine erste öffentliche Lesung statt. Bin eigentlich ziemlich stolz. Zwar war ich unglaublich nervös, viel zu schnell, mir war heiß, und ich wagte es kaum, ins Publikum zu schauen. Aber danach bekam ich für die Geschichte selbst positives Feedback. Außerdem haben mich zwei Leute aus der Kunstszene angesprochen, die für eine im Herbst stattfindende Anti-Rassismus-Woche eine Veranstaltung planen, bei der ich dann meine Geschichte vorlesen soll. Ich kann es kaum glauben, aber das ist kein schlechter Start …
Abonnieren
Posts (Atom)